Hundegeschirre gibt es auf dem Markt wie Sand am Meer. Nur welches Geschirr ist passend und anatomisch nicht einschränkend ?

Mein Name ist Kerstin Schnuchel, ich bin Hundephysiotherapeutin und die Inhaberin der Praxis www.pfotenbalsam-hundephysio.de .

Kerstin Schnuchel, Hundephysiotherapeutin – Pfotenbalsam

Ich werde euch in einer dreiteiligen Blogserie auf Freizeithun.de von den Vor-und Nachteilen der verschiedensten Geschirrformen erzählen und euch alles mit anatomischen Hintergrund beleuchten.

In diesem ersten Teil verrate ich euch, welche Eigenschaften ein Geschirr haben sollte und worauf man bei diesem achten muss.

Grundlegend stammt das normale Geschirr aus der Zughundearbeit wie z.B. Schlittenhundesport oder Bikejöring ab. Im Laufe der Zeit ist auch bei normalen Haushunden das Geschirr Gang und Gebe.

Häufig wird den ratlosen Hundehaltern dessen Hunde sie vom einen Gehweg zum anderen ziehen, zu einem Geschirr geraten, da der Hund dann nicht mehr so viel zieht.

Diese Aufforderung möchte ich gerne etwas erläutern, denn meine Erfahrungen zeigen, dass der Hund mit einem Geschirr noch eher zieht, als mit einem Halsband, da der Hund weitaus weniger Schmerzen beim Ziehen am Geschirr hat, als beim Halsband. Die Betonung liegt aber auf WENIGER ziehen.

Fakt ist, egal ob mit Halsband oder Geschirr, der Hund muss ordentlich an der Leine laufen können, um den gesundheitlichen Aspekt vom Geschirr beleuchten zu können, denn beim Ziehen egal ob mit Halsband oder Geschirr, ist die Gesundheit auf Dauer geschädigt.

Folgende Eigenschaften sollte ein gut sitzendes Geschirr haben:

        – passende Größe

        – keine Druckstellen

        – keine Bewegungseinschränkung

        – Polster unter Karabiner

        – kein Verrutschen

Hündin Schnepfe, Geschirr Annyx

Gehen wir die Punkte einmal durch.

1.) Die Passende Größe kann durch Ausmessen des Geschirres und des Hundes ermittelt werden. Ich empfehle hier, euch vor dem Kauf gut beraten zu lassen.

2.) Keine Druckstellen sollte der Hund haben, wenn er auch mal am Geschirr zieht, aber auch wenn er es angezogen hat, wenn er nur steht. An jeder Stelle am Geschirr sollte MINDESTENS 1 Finger dazwischen passen. Falls es das nicht tut, ist das Geschirr entweder zu klein oder an bestimmten Stellen zu kurz und somit incht passend.

3.) Keine Bewegungseinschränkungen
Für mich als Hundephysiotherapeutin ist besonders der dritte Punkt wichtig. Ein schlecht sitzendes Geschirr führt zu körperlichen Einschränkungen, vor allem im Bewegungsablauf. Die Strukturen im Hundekörper sollten sich mit wie ohne Geschirr gleichermaßen bewegen können – tut es das nicht, ist das Geschirr nicht passend. Dieses Thema beleuchten wir im nächsten Teil dieser Blogserie.

4.) Polster unter dem Karabiner der Leine ist ein ganz wichtiger Punkt, denn viele Geschirre haben dies nicht.Der Karabiner reibt ohne Schutz unentwegt direkt auf den Knochen der Wirbelsäule und kann nicht nur Hautverdickungen und Wirbelblockaden hervorrufen, sondern auch Schmerzen verursachen.

5.) Kein Verrutschen des Geschirrs ist deswegen so wichtig, weil es durch die Reibungen zu Scheuerstellen führen kann und der optimale gesundheitliche Sitz des Geschirrs nicht mehr gewährleistet wird.

Man muss sich gründlich Gedanken machen, um ein gut sitzendes Geschirr für seinen Hund zu finden. Es sollten unbedingt alle oben genannten Aspekte bei einem Geschirr erfüllt sein.

In dem nächsten Teil verrate ich euch, welche Geschirrarten es gibt, welche gut und welche schlecht sind und WARUM.

Hündin Lale, Geschirr Dogfellow, Foto: mila_bordercollie